Weg zum Eingang der Burrows-Höhle
WEG ZUR BURROWS-HÖHLE
CA. 100 METER VOR DER EINGANG

Foto: Russell Burrows

DIE BURROWS-HÖHLE
AFRIKANISCHES KÖNIGSGRAB IN AMERIKA?



Ein mehr als rätselhafter Fund sorgt seit mehr als 27 Jahren für Kontroversen unter Archäologen auf der ganzen Welt: Die Burrows-Höhle. Laut seinen eigenen Angaben entdeckte ein gewisser Russel Burrows im Jahre 1982 in der Nähe der Stadt Olney und des Flusses „Little Wabash“ im amerikanischen Bundesstaat Illinois ein unbekanntes Höhlensystem. Der Höhlenforscher war auf der Suche nach archäologischen Artefakten und entdeckte die Höhle wohl eher zufällig.
Russell Burrows
RUSSELL BURROWS
VOR DER HÖHLE

Foto: Russell Burrows

Die flache Höhle führte zu einem unterirdischen Gang, sprich Tunnel, was für die ländliche Gegend von Illinois eher untypisch ist. An den Wänden des ca. 180 Meter langen Tunnels fanden sich alte Öl-Lampen und die Decke war schwarz von deren Rauch. Schließlich entdeckte Burrows entlang des Tunnels mehrere Kammern über deren Inhalt er zuerst nicht viele Angaben machte. Man muß dazu sagen, daß es mehrere Versionen über die Geschichte des rätselhaften Fundes gibt, welche wiederum von vielen Forschern und Skeptikern jeweils auch noch verschieden interpretiert werden und Burrows selbst auch Wiedersprüche in seiner Story vorgeworfen werden. Von daher fällt es schwer, einen wirklich voll verständlichen Anfang für Burrows Geschichte
Die Burrows-Höhle in Google Earth
LAGE DER BURROWS-HÖHLE
IN ILLINOIS, USA

IN GOOGLE EARTH


Die Ungefähre Lage der Burrows-Höhle befindet sich laut Burrows in der Nähe der Stadt Olney und des Flusses „Little Wabash“ im amerikanischen Bundesstaat Illinois. (Foto: © Google Earth/US DA Farm Service Agency/Tele Atlas).
Burrows-Höhle in Google Earth
/ Maps
zu finden. Fest steht, das Burrows angibt, etliche Artefakte aus Gold und Stein in der Höhle gefunden zu haben. Viele dieser Stücke enthalten Abbilder oder auch Profile von Menschen, die offenbar ägyptischer, afrikanischer und auch europäischer und ur-amerikanischer Herkunft zu sein scheinen. Ein global-kultureller Mix, der in seiner Art wohl einzigartig ist, erstrecht in Anbetracht des Fundorts. Es gibt einige Theorien über eine prä-kolumbische Entdeckung des amerikanischen Kontinents und Reisen
Artefakt aus der Burrows-Höhle Artefakt aus der Burrows-Höhle
ARTEFAKTE AUS DER BURROWS-HÖHLE
ÄGYPTISCHE SYMBOLIK?

Fotos: Russell Burrows

zwischen der „Alten Welt“ und Süd- und Nordamerika weit vor den bekannten Entdeckungsreisen. Dieser Fund würde das alles bestätigen. Erste Analysen der Steine ergaben eine Mischung, wenn nicht ein Missverhältnis verschiedener Stile, Wörter und Sprachen, sodass Archäologen und Linguisten schnell von Fälschung sprachen und Burrows als Geldmacher und Betrüger hinstellten. Tatsächlich soll Burrows bereits im Jahre 1983 eine kleine Sammlung von Artefakten in einem lokalen Antiquitätengeschäft zum Verkauf angeboten haben, aber wenn er die gesamte Kollektion der steinernen Artefakte wirklich gefälscht hätte, wäre er sie nie alle losgeworden, da es sich hier um eine Unmenge von Stücken gehandelt haben soll. Aber die Höhle ist mehr als nur eine Ansammlung von Steinen. Burrows Fund beinhaltete angeblich auch etliche Gold-Artefakte, die nach Angaben von einigen Forschern tatsächlich echt zu sein scheinen und auch ein Missverhältnis verschiedener Stile,
Artefakt aus der Burrows-Höhle
VERZIERTE STEINPLATTE
AUS DER BURROWS-HÖHLE

AFRIKANISCHES ABBILD

Foto: Russell Burrows

Wörter und Sprachen beinhalten. Wenn Burrows wirklich ein Betrüger sein soll, dann wäre dies ein ziemlich teurer Spaß und würde in Anbetracht des Vorwurfs von reiner Geldmache keinen Sinn machen. Trotzdem gibt es widersprüchliche Angaben zu den Gold-Artefakten. Burrows gibt an, viele Stücke eingeschmolzen und verkauft zu haben. Der bekannte Schweizer Autor Luc Bürgin behauptet sogar, daß Burrows Unmengen von Gold eingeschmolzen und diese für rund 15 Millionen Dollar verkauft haben soll. Wenn das war ist, würde das bedeuten, daß Burrows in der Tat einen sehr wertvollen Fund gemacht hätte und diesen einfach nicht nach sein archäologischen, sondern nach seinem Goldwert verkauft hätte. In Anbetracht dessen, daß der US-Bundesstaat Illinois laut Gesetz der Besitzer des kompletten Fundes wäre und dem Entdecker außer dem Ruhm nichts bleiben würde, macht die Geschichte des illegalen Goldverkaufs sogar durchaus Sinn. Einige Forscher haben diese Gold-Artefakte angeblich mit eigenen Augen gesehen, Skeptiker jedoch sind der Meinung, daß es dieses Gold nie gegeben hat. Zumindest gibt es einige Fotos von den vermeintlichen Gold-Artefakten. Diese Fotos stammen vermutlich von Burrows selbst und zeigen wahrlich eindrucksvolle Kunstgegenstände. Die Skeptiker behaupten auch hier, daß Burrows diese Gegenstände selbst aus Metall hergestellt und anschließend mit goldener Farbe bepinselt haben könnte.

Gold-Artefakt aus der Burrows-Höhle Gold-Artefakt aus der Burrows-Höhle Gold-Artefakt aus der Burrows-Höhle Gold-Artefakt aus der Burrows-Höhle
GOLD-ARTEFAKTE AUS  DER BURROWS-HÖHLE
HIEROGLYPHEN-ARTIGE SYMBOLE

Fotos: Russell Burrows

Steinplatte aus der Burrows-Höhle
VERZIERTE STEINPLATTE
AUS DER BURROWS-HÖHLE

RÄTSELHAFTE INSCHRIFTEN

Foto: W. McGlone

Wie oben schon erwähnt, machte Burrows anfangs nicht viele Worte über den Inhalt der Kammern in der Höhle. Später jedoch gab er an, daß es sich bei den Kammern um insgesamt 12 Grabgewölbe handelte. Im ersten fand er das Skelett eines Mannes, im zweiten die Skelette einer Frau und von zwei Kindern. Im zentralen Grabgewölbe jedoch, das angeblich komplett aus weißem Marmor bestand und anfangs von einem großen Stein verschlossen war, will Burrows einen goldenen Sarkophag entdeckt haben, der ähnlich dem des Tutanchamun gewesen sein soll und auf dem anscheinend ägyptische Symbole zu sehen waren, unter anderem das Ankh-Symbol. Es wird erzählt, daß es Burrows gelang den Sarkophag zu öffnen (wohl mit der Hilfe seines Schwagers) und er auch dort menschliche Überreste fand, wobei das Gesicht des Toten mit einer Totenmaske bedeckt war. Ohne professionelle Hilfe war es Burrows natürlich kaum möglich den Sarkophag zu bergen und außerdem war er sich wohl der strafrechtlichen Konsequenzen nicht sicher. Die Reaktion der Fachwelt auf diese Behauptung können Sie sich eigentlich schon denken. 2 Jahre nach seiner Entdeckung,
Stein aus der Burrows-Höhle Stein aus der Burrows-Höhle
VERZIERTER STEIN
AUS DER BURROWS-HÖHLE

VORDER-/RÜCKSEITE

Fotos: Malcolm D. Pearson

am 27 Juli 1984, brachte die Lokalzeitung in Olney, die „Olney Daily Mail“, einen Artikel über Burrows Fund, in dem erklärt wurde, daß die Universität, mit der Burrows in Verbindung stand, im darauffolgenden Jahr eine Ausgrabung in der Höhle starten will und man sich davon mehr Informationen erhoffe. Indessen erbat Burrows mehr Hilfe von der Fachwelt, aber er erntete mehr gemischte Reaktionen als Zuspruch. Ab diesem Zeitpunkt jedoch ging der ganze Hokuspokus erst los. Von nun an klingelte ein Hobbyarchäologe
Skizze der Burrows-Höhle
SKIZZE DER BURROWS-HÖHLE
MEHRERE GÄNGE

Foto: Russell Burrows

und Schatzsucher nach dem anderen an Burrows Tür, jeder mit eigenen Absichten und Ansichten was die Höhle betraf. Burrows sah es wohl als seine Pflicht an, die Höhle vor einer Kommerzialisierung zu schützen und selbige nicht zu einer Art archäologischem Disneyland verkommen zu lassen und bewahrte das Geheimnis des Fundortes, ja er gab sogar falsche Informationen darüber an um die Suche wohl zu erschweren. Vielen Forschern gefiel das natürlich nicht, was wohl unter anderem ein Grund war, warum Burrows Geschichte so verrissen und er als Betrüger betitelt wurde. In den darauffolgenden Jahren wurden viele Theorien aufgestellt. Diverse Autoren glaubten Zusammenhänge der Schriftzeichen und Symbole in Verbindung mit der lateinischen und etruskischen Sprache erkannt zu haben. Andere wiederum  brachten den Fund mit Außerirdischen oder auch Alexander dem Großen in Verbindung. Warum Burrows sich so sträubte den Fundort preiszugeben weiß man bis heute nicht so genau. Ob er nun seinen bedeutsamen Fund schützen oder seinen Betrug verschleiern wollte sei dahingestellt, aber irgendetwas veranlasste ihn nach eigenen Angaben im Jahre 1989 den Eingang zur Höhle zu sprengen. Angeblich entsprang dieser Entschluss aus seiner Enttäuschung den Menschen gegenüber, mit denen er seit mehr als 5 Jahren wegen seines Fundes zu „kämpfen“ hatte.

Im Innern der Burrows-Höhle Im Innern der Burrows-Höhle Im Innern der Burrows-Höhle
IM INNERN DER BURROWS-HÖHLE
GÄNGE IM FELSGESTEIN

1992 veröffentlichte er schließlich noch sein Buch „The Mystery Cave of Many Faces“, welches er zusammen mit Fred Rydholm schrieb und in dem er ausführlich über seinen kompletten Fund berichtete. Erst 1999 wurde der Fall wieder aktuell, als der Gründer des Magazins „Ancient American“, Wayne May, beschloss, der ganzen Sache ein für alle Mal auf den Grund zu gehen. May hatte mehrere Male in den vergangen 6 Jahren über den Fall berichtet und ging davon aus, daß Burrows ein Lügner sei. Er schloss mit Burrows einen Vertrag, in dem May sich verpflichtete, den genauen Fundort für sich zu behalten. Schließlich und letztendlich machte sich May mit seinem exklusiven Wissen auf den Weg zu der Stelle, wo sich der Eingang zur Höhle vor der Sprengung befand und untersuchte den Bereich mit bodendurchdringendem Radar. Dabei entdeckte er, daß sich dort tatsächlich eine Höhle befand. Das Problem war jedoch, daß der Eingang der Höhle aufgrund der Sprengung 10 Jahre zuvor nicht mehr zugänglich war. Mehrere Versuche in die Höhle zu gelangen scheiterten, da May mit Unmengen von Wasser und Schlamm zu kämpfen hatte, der sich dort angesammelt hatte. Dies schien darauf hinzudeuten, dass die Explosion die Strömung eines unterirdischen Flusses
Artefakt aus der Burrows-Höhle Artefakt aus der Burrows-Höhle Artefakt aus der Burrows-Höhle
STEINE & STEINPLATTE
AUS DER BURROWS-HÖHLE

ANUBIS- und HORUS-ÄHNLICHE
ABBILDUNGEN

Fotos: Virginia Hourigan

umgeleitet haben mußte und der gesamte unterirdische Komplex nun offenbar unter Wasser lag. Eine Bergung unter diesen Bedingungen lag weit über Mays Möglichkeiten und man beendete das Vorhaben. Seitdem sind nun auch wieder 10 Jahre vergangen und nichts hat sich bis heute geklärt.
Steinernes Gesicht
STEINERNES GESICHT
AUßERHALB DER BURROWS-HÖHLE

Foto: Russell Burrows

Aber wie dem auch sei, zumindest wurden die meisten der vermeintlichen Artefakte aus der Höhle fotografiert und verschiedenste Wissenschaftler haben sich seitdem mit den Fotos beschäftigt. Einige Zeichen auf den Steinplatten entsprechen einer antiken Signatur, die man Alexander Helios zuordnet, dem Sohn der ägyptischen Königin Kleopatra VII. und des römischen Politikers Marcus Antonius. Der Forscher Warren Cook kam zu dem Schluß, daß die Herstellung all dieser Artefakte Tausende von Stunden beansprucht haben muß und eine Fälschung deswegen ausgeschlossen werden kann. Nach weiteren Analysen über den Ursprung der Artefakte machte Ward geltend, daß sie wahrscheinlich die Überreste einer libyschen-iberischen Expedition sein könnten. Ward geht aber noch einen Schritt weiter. Er identifiziert Mauretaniens König Ptolemaeus (ca. 1 v. Chr. - 40 n. Chr.), Sohn von Kleopatra Selene und König Juba II (ca. 50 v. Chr. - 23 n. Chr.), als den Mann, der für diese Expedition verantwortlich ist. Es wäre durchaus möglich, daß diese königliche Familie damals auf der Flucht vor den Römern das alte gesammelte Wissen seiner phönizischen Vorfahren über die Meere nutzte und einen Weg in die neue Welt fand – nach Amerika. Könnte das wirklich wahr sein? Ein goldgespicktes Grab eines afrikanischen Königs in Illinois, der Amerika schon im ersten Jahrhundert nach Christus entdeckte? Warum nicht, denn schon der legendäre Forscher Thor Heyerdahl bewies als erster und unwiderlegbar die Verfügbarkeit von hochseetüchtigen Schilfbooten und Balsaflößen für interkontinentale Kontakte von vorkolumbischen Völkern. Aber warum macht Russell Burrows so ein Geheimnis aus seinem vermeintlichen Fund, wenn er doch weiß, welche Bedeutung diese Artefakte für die Wissenschaft hätten? Ist er wohlmöglich doch nur ein Geschichtenerzähler?

fast-geheim.de - 02/2009
Quellen: Philip Coppens http://www.philipcoppens.com/burrowscave.html
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