DAS GRABTUCH VON TURIN
DOKUMENTATION
Dem Turiner Grabtuch soll das Abbild von Jesus Christus "anhaften". Es handelt sich dabei um ein 4,36 Meter langes und 1,10 Meter breites Leinentuch, das ein Ganzkörper-Bildnis der Vorder- und Rückseite eines Menschen zeigt. Das Tuch wird in einer im Ende des 17. Jahrhundert erbauten Seitenkapelle des Turiner Doms aufbewahrt. Es wird von vielen Gläubigen als das Tuch verehrt, in dem Jesus von Nazaret nach der Kreuzigung begraben wurde und hat eine Reihe von Christusdarstellungen inspiriert. Die Verehrung des Tuches wurde insbesondere im späten 19. Jahrhundert intensiviert, nachdem fotographische Negative des Grabtuchs ein sehr plastisches und lebensnahes Abbild erkennen ließen. Die dokumentierte Ersterwähnung des Tuches fand im 14. Jahrhundert statt. Archivbelege, mikroskopische Untersuchungen und Radiokohlenstoffdatierungen deuten auf einen Ursprung als mittelalterliches Kunstwerk bzw. Artefakt aus dieser Zeit, was die Diskussion um das Grabtuch allerdings noch nicht zum Ende gebracht hat. Die ältesten unumstrittenen schriftlichen Quellen, welche die Existenz des Tuches erwähnen, reichen bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. 1353 erhielt der französische Ritter Geoffroy de Charny von König Johann II. dem Guten den Auftrag, eine Stiftskirche in Lirey bei Troyes, Département Aube in der Champagne, zu bauen. Dort wurde das Grabtuch erstmals – dokumentarisch durch ein Pilgermedaillon verbürgt – 1357 der Öffentlichkeit präsentiert. Da marodierende Banden das Tuch in Lirey bedrohten, wurde es von Kanonikern aus Sicherheitsgründen 1418 in eine Kapelle nach Saint-Hippolyte gebracht. Es blieb dort 34 Jahre lang, bis es 1453 von der Witwe des verstorbenen Grafen Humbert aus der Adelsfamilie Haus Faucogney, Margaret de Charny, in den Besitz des Hauses Savoyen überging. In dieser Zeit wurde es von damaligen Besitzern auf Reisen mitgeführt und an verschiedenen Orten ausgestellt. Einmal im Jahr wurde das Tuch an einer "le Clos Pascal" genannten Stelle den Gläubigen gezeigt. Die Authentizität des Grabtuches wurde bereits sehr früh in Frage gestellt. Der amtierende Bischof von Troyes, Pierre d’Arcis, berichtete im Jahr 1389 in einem Beschwerdebrief an den Gegenpapst Clemens VII. von einem Skandal, den er in der Kirche in Lirey entdeckt habe. Dort habe man „… fälschlich und betrügerisch, in verzehrender Habgier und nicht aus dem Motiv der Hingabe sondern nur aus Gewinnabsicht, für die dortige Kirche ein listig gemaltes bestimmtes Tuch angeschafft, auf dem mit kleverer Fingerfertigkeit das zweifache Bild eines Mannes dargestellt ist, das heißt Vorder- und Rückansicht, von dem sie fälschlich behaupten und vortäuschen, dass dies das wirkliche Grabtuch sei in welches unser Heiland, Jesus Christus, in der Grabesgruft eingewickelt war.“ Neben dem seiner Meinung nach nicht plausibel erklärbaren Fehlen der Erwähnung eines Grabtuches mit Körperabbildung in den Evangelien bezog sich Pierre d’Arcis auf seinen Vorgänger, den Bischof Henri de Poitiers. Unter dessen Amtszeit, 30 Jahre früher, sei das Tuch erstmals ausgestellt worden. Demnach unternahm Henri de Poitiers, nachdem er von der Angelegenheit erfuhr, Nachforschungen und „... entdeckte die Betrügerei und wie das Tuch listig gemalt wurde, der Künstler, welcher es gemalt hatte, bestätigte die Wahrheit, nämlich, dass es das Werk menschlicher Fertigkeit sei, und nicht wunderhaft entstanden oder geschenkt sei.“ Der Name des Fälschers wurde nicht genannt. Gestützt wurde Pierre d'Arcis' Urteil durch Dokumente von Geoffroy de Charnys Sohn Geoffroy II., in welchen das Grabtuch durchgehend nur als „Bildnis“ oder „Repräsentation“ erwähnt wurde. Auch dessen Tochter Margaret de Charny und ihr Gemahl Humbert de Villersexel, die im Besitz des Tuches waren, äußerten sich über das Tuch nur in dieser Weise. Aufgrund des bischöflichen Appells legte Gegenpapst Clemens VII. 1392 fest, dass das Tuch keine Reliquie sei. Eine Ausstellung sei aber erlaubt, solange es nicht als das Grabtuch Christi präsentiert werde. Pierre d’Arcis erhielt von Clemens VII. unter Androhung der Exkommunikation die Anordnung, Stillschweigen über seine Ansichten zum Tuch zu wahren. Das Tuch befand sich bis 1453 im Besitz der Nachfahren von Geoffroy de Charnys. Es gelangte sodann in den Besitz von Herzog Ludwig von Savoyen. Damit verbunden war eine Änderung der offiziellen Einschätzung des Tuches. 1464 sprach Francesco della Rovere, der zukünftige Papst Sixtus IV., vom Tuch als „gefärbt mit dem Blut Jesu“. Sein Neffe, Papst Julius II., widmete 1506 dem Tuch als dem „Heiligen Grabtuch“ einen speziellen Festtag (4. Mai), an dem eine Messe und ein Ritual zu Ehren des Tuches abzuhalten war, obwohl es sich bei dem Tuch nicht um das einzige anerkannte heilige Grabtuch jener Zeit handelte. Nachdem das Tuch in den Besitz des Hauses Savoyen gelangt war, wurde es von den jeweiligen Herrschern der Familie als Prestigeobjekt auf ihren Reisen von Burg zu Burg innerhalb ihrer Besitztümer mitgeführt. Es wurde somit an vielen Orten aufbewahrt und von Zeit zu Zeit auch öffentlich gezeigt. 1502 wurde dem Tuch in der Schlosskapelle von Chambéry, der damaligen Residenz des Hauses Savoyen, ein vorläufig dauerhafter Aufbewahrungsort in einer heute noch vorhandenen Nische hinter dem Altar eingerichtet. Das in einer Silberkiste zusammengefaltet aufbewahrte Tuch überstand eine Brandkatastrophe in der Schlosskapelle von Chambéry im Jahre 1532. Es trug jedoch am Rand symmetrische Brandflecken und Löschwasserflecken davon. Die Brandlöcher wurden zwei Jahre später von Nonnen vernäht. Am 14. September 1578 überführte man das Grabtuch nach Turin, der neuen Residenzstadt des Hauses Savoyen, wo es bis heute in der Kathedrale von Turin, dem Duomo di San Giovanni, aufbewahrt wird. Es blieb im Besitz des Hauses Savoyen über das Ende ihres Königtums in Italien im Jahre 1946 hinaus, auch wenn es seitdem praktisch unter Verwahrung des Erzbischofs von Turin war. Nach dem Tod des ehemaligen italienischen Königs Umberto II. von Savoyen im Jahr 1983 wurde es dem Heiligen Stuhl vererbt. Bei einem Feuer in der Turiner Kathedrale am 12. April 1997 wurde das Tuch unversehrt durch den Feuerwehrmann Mario Trematore gerettet, der in letzter Minute das schützende Panzerglas zertrümmerte. Zuletzt wurde das Tuch 1998 zum hundertjährigen Jubiläum der ersten Fotografie des Tuches und im Großen Jubeljahr 2000 öffentlich ausgestellt. Die nächste Ausstellung war für das Jubeljahr 2025 vorgesehen. Papst Benedikt XVI. gab jedoch am 2. Juni 2008 bekannt, dass das Turiner Grabtuch vom 10. April bis 23. Mai 2010 wieder ausgestellt werden wird. (Quelle: wikipedia.org)
Videolänge: 51:52










































































Dinge, die es nicht geben dürfte
Administrator - fast-geheim.de, 2012-01-29 13:48Video wurde aktualisiert und ist wieder online!
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Christian, 2012-01-29 13:04Ich habs zu Glück noch gesehen sehr geile Artefak ...
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Christian, 2012-01-29 12:57Alles sehr schlüssig erklärt auf jedenfalls bess ...
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Oeddit, 2012-01-27 00:47video down
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