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DER HÖCHSTE SPRUNG DER WELT
JOE KITTINGER (1960)


Joseph William Kittinger hat als Angehöriger der US Air Force (USAF) mehrere Luftfahrt-Weltrekorde aufgestellt, die bis heute gültig sind. Ende der 1950er Jahre nahm der Testpilot an medizinischen Experimenten der Air Force teil. Bemannte Raumfahrt gab es noch nicht, aber Flugzeuge stießen immer häufiger in Höhen jenseits von 20.000 Meter vor. Man wollte daher wissen, welche Auswirkungen die große Höhe auf den menschlichen Körper hat, beispielsweise bei einem Fallschirmabsprung im Notfall. 1957 beteiligte er sich am Projekt Manhigh. Am 16. August 1960 morgens startete der entscheidende Versuch des Projektes Excelsior der US-Luftwaffe in New Mexico, das die Erprobung eines neuen Fallschirmtyps zum Ziel hatte. Dabei sollte der Fall zunächst mit einem kleineren Hilfsfallschirm stattfinden, der bis zur Öffnung des Hauptschirms den Springer stabil halten sollte. Kittinger stieg mit einem heliumgefüllten Ballon bis in eine Höhe von 31.332 Meter, von dort ließ er sich aus der offenen Gondel zur Erde fallen. Er trug für diesen Sprung − neben seinem noch ungeöffneten Fallschirm − einen Druckanzug, einen Helm mit Funkgerät und Kamera sowie einen Kasten zur Datenaufzeichnung. Kittinger fiel vier Minuten und 36 Sekunden, bis sich in rund 5.500 Meter Höhe der Hauptfallschirm öffnete. Nach weiteren 9½ Minuten landete er sicher. Ob er bei diesem Sprung die Schallmauer durchbrach, ist umstritten. In einem Beitrag für das National Geographic Magazine im Dezember 1960 berichtet Kittinger: „Obwohl sich mein Stabilisierungsschirm bei 96.000 Fuß [= 29.261 Meter] öffnet, beschleunige ich für weitere 6.000 Fuß [= 1.829 m] und erreiche in der Spitze 614 Meilen in der Stunde [= 988 km/h], neun Zehntel der Schallgeschwindigkeit für meine Höhe.“ In einigen späteren Veröffentlichungen ist allerdings von 714 mph (= 1.149 km/h) oder dem Erreichen bzw. Überschreiten der Schallgeschwindigkeit die Rede, so auch bis mindestens Februar 2005 in Kittingers offizieller USAF-Biographie und bis Januar 2007 auf der Informationsseite zum Projekt Excelsior. In anderen Beiträgen aus jüngerer Zeit werden jedoch Kittingers Angaben von 1960 bestätigt, indem wiederum von einer Geschwindigkeit „bis zu 614 Meilen pro Stunde“ und von einer „Annäherung an die Schallgeschwindigkeit“ berichtet wird oder er durchbricht „beinahe die Schallmauer, als er für kurze Zeit 988 km/h erreicht.“ Auch in seiner aktuellen USAF-Biographie ist die Angabe nach Februar 2005 auf 614 mph korrigiert worden. Aus den (unumstrittenen) Werten der Absprunghöhe und der Fallhöhe Kittingers lässt sich außerdem seine theoretische Endgeschwindigkeit berechnen, die demnach bei 275 m/s = 990 km/h liegt und somit unter der anzunehmenden Schallgeschwindigkeit von 1.003 km/h (bei −80 °C). Bei diesem Unternehmen hat Kittinger drei Weltrekorde aufgestellt, die bis heute nicht übertroffen wurden: Höchste Ballonfahrt mit offener Gondel, höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle und längster Fallschirmsprung. In den anschließenden Jahren unternahm er weitere Ballonfahrten für die Air Force und war als Kampfflieger im Vietnamkrieg eingesetzt. Dort wurde er am 11. Mai 1972 mit seinem Flugzeug abgeschossen und geriet in Kriegsgefangenschaft im berüchtigten Lager „Hanoi Hilton“. Nach elf Monaten wurde er freigelassen und schied schließlich 1978 aus dem Militärdienst aus. Im September 1984 gelang es Kittinger als Erstem, den Atlantik alleine in einem Gasballon zu überqueren. (Quelle: wikipedia.org)

Videolänge: 02:23



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