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PYRAMIDEN IN AMERIKA
DOKUMENTATION (TERRA X)


Eine Dokumentation von Michael Engler. Bis ins 19. Jahrhundert rankten sich wilde Spekulationen um die mehr als 100.000 gewaltigen Erdhügel, die einst auf dem Boden der heutigen USA vom Atlantik bis zum Mississippi die Landschaft prägten. Die Suche nach den Erbauern dieser "Mounds" führt zu den Ureinwohnern Amerikas. Brillante Dokumentaraufnahmen und Inszenierungen illustrieren die verschiedenen Epochen der Hügel-Kultur und erzählen vom Leben der Indianer rund um längst vergessene Siedlungen und Zeremonialplätze. Zu den ersten Forschern, die sich mit den "Mounds" beschäftigten und sie den Indianern zuschrieben, gehört Thomas Jefferson, der dritte Präsident der USA. 1781 ließ er auf seiner Farm in West-Virginia einen senkrechten Schnitt durch einen sechs Meter hohen Hügel graben. In den Schichtungen des Erdreichs konnte der Pionier wie in einem Kalender lesen und gewann präzise Erkenntnisse über Konstruktion und Funktion des Bauwerks: Mehr als tausend Skelette wiesen die Aufschüttung als imposante Totenstätte aus, die im Lauf vieler Generationen allmählich empor gewachsen war. Die Suche nach den Erbauern der legendären Erdwälle beginnt beim Volk der Adena, das schon vor mehr als drei Jahrtausenden bis zu 30 Meter hohe Mounds schuf. Sie galten als Treppen zum Himmel. Um die Zeitenwende setzten die Hopewell-Indianer die Tradition fort. Nahe der heutigen Stadt Newark in Ohio errichteten sie eines der größten Erdwerke: Über elf Quadratkilometer erstreckte sich der monumentale Komplex aus geometrischen Formen und wallbegrenzten Straßen. Ein Kultplatz mit riesigem Kalendarium, zu dem ein 100 Kilometer langer, schnurgerader Prozessionsweg führte. 1.000 Jahre später bauten die Indianerstämme am Mississippi abgeflachte Erdpyramiden. Rampen führten zu hölzernen Tempeln, in denen heilige Flammen brannten und Priester vermutlich Menschen opferten. Die großzügige Anlage von Cahokia entwickelte sich sogar zur bedeutenden Metropole mit mehr als 20.000 Einwohnern. Einzigartig sind die rätselhaften Effigy-Mounds, gewaltige Erdhügel in Tiergestalt. Die Riesenschlange von Ohio mit einer Länge von 382 Meter richteten Ureinwohner nach den Gestirnen aus. Andere Hügel stellen traditionelle Stammes- und Totemzeichen dar - wie Bär, Elch oder Fuchs. Vogelgestalten auf Anhöhen hingegen verkörpern Himmelsgeister.

Videolänge: 51:52
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