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DAS RÄTSEL VON TUNGUSKA
DOKUMENTATION


Tunguska - ein Mythos wie das sagenumwobene Atlantis oder das rätselhafte Bermudadreieck. Hundert Jahre nach der geheimnisvollen Explosion wird noch immer nach ihrer Ursache geforscht. Am 30. Juni 2008 jährt sich eines der größten Rätsel in der Geschichte der Menschheit. Es war der 30. Juni 1908 - um 7.17 Uhr Ortszeit in Sibirien kommt es in der Region Tunguska, rund siebzig Kilometer von der Handelssiedlung Wanawara entfernt, zur bisher größten Explosion der Menschheitsgeschichte. Die Explosion in Zentralsibirien entsprach der freigesetzten Kraft von eintausend Hiroshimabomben und löschte innerhalb einer Stunde ein Waldgebiet in der Taiga von der Größe des Saarlands aus. Der Druck fällte etwa sechzig Millionen Bäume und noch in einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern sahen Augenzeugen ein blendendes Glühen am Himmel und vernahmen ohrenbetäubende Schläge. Überall auf der Erde gerieten die Kompassnadeln durcheinander und mit einer Geschwindigkeit von mehr als fünfhundert Metern in der Sekunde rasten Schockwellen um die Welt. In den darauf folgenden Nächten blieb es in Europa taghell und später verdunkelte der aufsteigende Staub der Explosion wochenlang die Sonne. Das Ereignis in der sibirischen Taiga ging als Tunguska-Katastrophe oder auch als „Tunguska-Ereignis“ in die Geschichtsbücher ein. Wissenschaftler aus vielen verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Fachgebieten möchten endlich des Rätsels Lösung präsentieren. Bis heute streiten angesehene Forscher über die Ursache der gigantischen Explosion. Das Gebiet war damals so weit von der Zivilisation entfernt, dass erst 13 Jahre später auch nur jemand in die Nähe des Katastrophengebietes kam. Der russische Mineraloge Leonid Kulik sammelte auf einer Expedition von 1921 bis 1922 erste Informationen, gelangte aber nur bis Kansk in 600 Kilometern Entfernung vom Explosionsort. Erst 1927, also fast 20 Jahre später, onnte eine Expedition unter Kulik bis zum verwüsteten Bereich vordringen, 1938 veranlasste er Luftbildaufnahmen der Region. Die Koordinate des vermuteten „Epizentrums“, ermittelt aus den Richtungen, in die die Bäume umstürzten, ist 60° 53′ 9″ N, 101° 53′ 40″ O, die Höhe des Ereignisses über der Erdoberfläche wird auf 5 bis 14 Kilometer geschätzt. Die seismischen und barometrischen Aufzeichnungen ergaben einen Zeitpunkt um etwa 0:14 Uhr Weltzeit. Eine Explosion mit einer Sprengkraft von 10 bis 15 Megatonnen TNT wäre nötig, um ein ähnliches Bild zu erzeugen. Dies entspricht etwa der 1150-fachen Sprengkraft der Atombombe „Little Boy“, welche die USA 1945 über Hiroshima abgeworfen haben. Manche Schätzungen gehen sogar von bis zu 50 Megatonnen TNT aus. Dies wäre dann nahezu ein Wert, wie ihn die Explosion der stärksten jemals gezündeten Wasserstoffbombe, der „Zar-Bombe“, freisetzte. Doch noch immer liegen keine eindeutigen Beweise vor. Das lässt Raum für mannigfache Interpretationen: War ein Meteorit oder ein Komet für die Verwüstungen verantwortlich? Kam die Ursache aus dem Erdinneren oder war es vielleicht doch etwas völlig anderes? Die Sache ist aus einem Grund so verworren: Es gibt keinen Krater oder nachweisbares nichtterrestrisches Material in der Taiga. Daher geistern auch etwa einhundertzwanzig Theorien Erklärungsversuche durch die Welt. So wurden unter anderem der Einschlag eines kleinen Schwarzen Loches, der Absturz eines extraterrestrischen Raumschiffes oder der Kontakt mit Antimaterie für das Ereignis verantwortlich gemacht.

Videolänge: 43:44



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